Was für ein wundervoller Tag

Gestern im Supermarkt

„Ich wollte nur schnell Kaffee kaufen, da ich es leider versäumt hatte, mir rechtzeitig eine Reserve zurückzulegen. An der Kasse vor mir stand eine ältere Dame. Gut gekleidet, aber das Leben hatte doch deutliche Spuren in Ihrem Gesicht hinterlassen.

Die Waren, die sie aufs Laufband legte, ließen darauf schließen, dass sie allein war. Ein Brötchen, eine Packung abgepackten Aufschnitt, eine Tüte Milch und eine Tafel Schokolade.

Als sie an der Reihe war kassierte die Mitarbeiterin des Supermarktes ab und nannte den Betrag, den die Dame zu zahlen hatte. „2,18 Euro“, sagte die Kassiererin. Die ältere Dame griff nicht zu Ihrem Portemonnaie, sondern tief in Ihre Manteltasche und holte eine Handvoll Kleingeld hervor. Die erste Reaktion der Kassiererin war dementsprechend und die Kunden hinter mir begannen ihrer Ungeduld Ausdruck zu verleihen. Die Kassiererin zählte das Geld und sagte mit einem etwas angestrengten Ton, „es fehlen 51 Cent“. Die ältere Dame erwiderte: „Ich habe nicht mehr“. „Dann müssen sie etwas zurücklassen“, sagte die Kassiererin. Die ältere Dame tat sich schwer mit einer Entscheidung und zeigte dann auf die Schokolade.

Diese Situation brach mir das Herz und ich gab der Verkäuferin zu verstehen, dass ich den Betrag übernehmen würde. Ich gab ihr einen fünfzig Euro Schein mit dem Hinweis, das Wechselgeld bitte der älteren Dame zu geben. Vielen Dank an dieser Stelle, dass sie dies sofort verstand und dementsprechend schaltete. Sie rechnete ab, gab der Dame das Restgeld zurück, zusammen mit dem Kleingeld, mit den Worten: „Vielen Dank, es ist alles in Ordnung so“. Hinter mir war es plötzlich absolut still. Mir war es wichtig, die ältere Dame nicht peinlich zu berühren, indem ich ihr das Geld direkt gegeben hätte. So hatte Sie das Gefühl einzukaufen, wie sie es früher gewohnt war.

Mit Tränen in den Augen sah mich die ältere Dame an und fragte mich: „Sie sind ein guter Mensch, darf ich sie einmal in den Arm nehmen?“ Ich antwortete ihr: „Ich würde mich freuen“. Danach packte sie ihre Sachen und verließ den Supermarkt, aber nicht ohne vor der Tür auf mich zu warten. Zum ersten Mal in dieser Begegnung lächelte sie und bedankte sich erneut. Ich fragte sie, ob sie mir auch eine Freude machen würde? Sie sah mich etwas verwundert an und sagte dann, „wie kann ich ihnen denn schon eine Freude machen?“ „Bitte gehen sie erneut in den Supermarkt und kaufen sie heute alles ein, was sie gerne an Lebensmitteln kaufen möchten. Dann machen sie mir eine Freude“, sagte ich. Sie nickte und ich wünschte ihr einen schönen Tag. Als ich ging sah ich aus dem Augenwinkel, wie sie erneut in den Supermarkt ging. Ein großartiges Gefühl.

Zuhause angekommen bereite ich mir meinen geliebten Kaffee am Morgen zu und dachte über diese Begegnung nach. Ich war dankbar, dass mir der Kaffee ausgegangen war. Somit hatte es sich in etwas sehr positives gewandelt. Vielen Dank, liebe unbekannte ältere Dame.

Was für ein wundervoller Tag!“

(Quelle: Falls es für Sie eine Bedeutung hat, wer diese Geschichte erzählt, schauen Sie bei der Huffington Post nach.)

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Eine Antwort zu Was für ein wundervoller Tag

  1. Andreas Bangemann schreibt:

    Danke für diese Geschichte und überhaupt Deine Beiträge. Wir erleben, wie erfüllend Geben ist. Es bereitet uns Freude und bereichert unser Leben. Menschen sind Geber. Doch das Klima, das wir uns geschaffen haben, ist eines, das uns weismachen will, wir seien Nehmer. Was ich an mich nehme und festhalte, bringt mir materiellen Gewinn. Dieses Klima ist künstlich geschaffen, widernatürlich und unmenschlich. Wir müssen also herausfinden, wie wir es überwinden und zu einem Klima des Gebens gelangen. Herzliche Grüße Andreas Bangemann

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